ENSHEIM Homepage 


Mundart-Sagen-Wanderungen im Oktober 2003


Vorgetragene Sagen (3) - Hochdeutsche Version


Das Pferd ohne Kopf

Mein Urgroßvater stammt aus Fechingen. Als er noch ein junger Bursche war, ging er nach Ensheim freien. Oft war es spät in der Nacht, wenn er sich auf den Heimweg machte. Das war an einem Abend wieder der Fall. Als er in den Wald eintrat, schlug es auf der Ensheimer Kirchenuhr zwölf. Es war eine mondhelle Nacht. Als er aus dem Wald heraustrat, sah er links auf dem Acker ein gesatteltes Pferd. „Ei, das trifft sich gut“, sagte er sich, „da kommst du ja auf gute Weise nach Hause.“ Er schwang sich auf das Pferd. Da erkannte er plötzlich, daß das Tier keinen Kopf hatte. Schon ging es aber mit ihm in rasendem Galopp den steilen Berg hinab, dem Wischbach zu, so daß ihm Hören und Sehen vergingen. Auf den Wiesen im Tal angekommen, ließ er sich herunterfallen. Das Pferd aber sprang in den Bach und war verschwunden. Da hörte er eine Stimme: „Das hat dir der Teufel getan.“ Hätten ihm nicht noch nach Tagen die Knochen geschmerzt, hätte er das ganze Erlebnis für einen Traum gehalten.


  Top | Sawa-Themenübersicht | Sawa-Texte-Übersicht | Inhaltsverzeichnis | Startseite | Mundart-Version



eMail an den Webmaster

© Paul Glass 1997 - 2003ff

Last update: 04.11.2003